Die Zone – und der Unterschied zu Paläo

February 5th, 2013 by Linda Posted in Wissenschaftliches

Falls ihr schon ein bisschen durch das Internet gesurft seid auf der Suche nach guten Paläo Rezepten oder einer Liste, welche Nahrungsmittel man “darf” oder “nicht darf”, dann seid ihr vielleicht mal über die “Zone” Ernährung gestolpert. Doch was ist die Zone genau und wie unterscheidet sie sich? Ein kleiner Blick ins Wikipedia:

Die Sears-Diät, auch Zone-Diät genannt, ist eine vom US-amerikanischen Biochemiker Barry Sears eingeführte Diät, die zur Gewichtsreduktion und zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit beitragen soll. Sears entwickelte eine komplexe Theorie zur optimalen Ernährung des Menschen, die seiner Diät zugrunde liegt. Die Ernährung nach Sears besteht zu jeweils 30 Prozent aus Fett und Eiweiß und zu 40 Prozent aus Kohlenhydraten.

Habt ihr euch schon einmal überlegt, wieviel Mühe sich Wissenschaftler geben um Tieren im Zoo die optimale Ernährung zu geben? Z.B. die Pandas – anscheinend höchst sensible Tiere, die nur bei der richtigen Ernährung überhaupt in Gefangenschaft gehalten werden können. Wieso macht man sich eigentlich bei Tieren soviele Gedanken, aber bei uns Menschen nicht…? Dessen hat sich Dr. Sears angenommen und einmal gründlich untersucht, welche Nahrungsmittel bei uns die optimale “Hormonreaktion” hervorrufen. Dies ist die “Zone” – der Bereich in dem wir am leistungsfähigsten, am konzentriertesten und am gesündesten sind. Glückliche Pandas sozusagen.

Interessant ist noch, das Sears gar nicht nach einer Diät suchte, sondern eigentlich ursprünglich mit natürlichen Supplementen wie Fischöl experimentierte – aber zurück zum Hauptthema: Die Zone definiert wie Paläo “gute” und “schlechte” Nahrungsmittel – setzt hier aber eine Klammer. Da, wie Paracelsus schon sagte, “die Dosis das Gift macht”. In den richtigen Mengen genossen, darf man also auch “schlechte” Nahrungsmittel zu sich nehmen.
Doch wie weiss man genau wieviel? Sears hat das Ganze etwas vereinfacht, indem er für alle Nahrungsmittel eine Grösseneinheit eines “Blocks” definiert, die genau diesen 30, 30, 40 Prozent des Kalorienbedarfs entspricht.

Sears empfiehlt die Einnahme von drei Haupt- und zwei Zwischenmalzeiten, um möglichst immer im „Optimum“, der “Zone” zu bleiben. Bei jeder Mahlzeit müssen Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate, die drei Nährstoffblöcke, in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Der Nährstoffblock-Bedarf muss individuell berechnet werden.

Dies führt mit sich, dass man zu beginn relativ viel messen und berechnen muss. Doch es lohnt sich, es mal zu testen, schon nur um ein Verhältnis zu finden. Für mich war es ein echter Augenöffner, wieviel Gemüse ich eigentlich essen müsste. Der Hauptunterschied zu Paläo ist, dass man ein bisschen weniger Flexibilität hat, was die Essensmenge betrifft. (So kann man nicht nach Lust und Laune ein grosses Steak verschlingen) Aber hungrig geht man auch nicht nach Hause und dafür ist man etwas flexibler wenn man sich mal ein Glas Wein oder Dessert gönnen möchte – ja, das ist alles drin! Einfach in Massen. So darf man entscheiden, ob man lieber 500g Broccoli oder 1 Reihe Schokolade essen will. Qualität oder Quantität? ;-)
Das Buch welches Sears zur Zone Ernährung geschrieben hat ist sehr lesenswert und ich kann es allen nur empfehlen. Die Resultate seiner Studien sind erstaunlich – oft so erstaunlich, dass sie fast unglaubwürdig sind.
Letztendlich muss jeder für sich selbst ausprobieren und entscheiden, was ihm gut tut. So kann ich euch nur raten, euch zu informieren und es mal auszuprobieren. Über meinen Test berichte ich euch gerne im nächsten Post.

Viele Grüsse

Linda

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Eine persönliche Randnotiz

December 12th, 2012 by Linda Posted in Persönlich

In letzter Zeit ist es hier furchtbar still geworden. Ich habe hunderte Artikel pfannenfertig in meinem Kopf, aber keine Zeit mal die Pfanne (Tastatur) zur Hand zu nehmen.
…zB. wollt ich euch schon lange mal das Rezept für Eier-Soufflé-Muffins vorbacken.
…oder euch einen persönlichen Erfahrungsbericht über die Paleo-verwandte Ernährung nach der Zone-Methode geben…
Der Grund für den Zeitmangel ist jedoch ein äusserst positiver: Lange habe ich mir überlegt, wie ich meine äusserst positive Erfahrung mit unserem primalen Lebensstil noch mehr Menschen zur Verfügung stellen und ihnen somit zu einem nachhaltigen, gesunden Leben verhelfen kann.
Die Antwort ist relativ simpel: ich eröffne ein CrossFit Trainingszenter! Wir sind gerade mitten im Umbau und die Eröffnung ist dann Mitte Februar. Falls ihr mal reinklicken wollt, findet ihr mehr Infos hier.
Dieser Blog wird natürlich weiterhin bestehen. Er wird auch weiterhin die erste Anlaufstelle für deutschsprachige Paläoer, Zoner und Primal Blueprinter sein. Und falls euch Zone noch nichts sagt: mehr dazu folgt im nächsten Artikel. Hier.

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Bitte keine Beilage! – 5 Tipps für den Alltag

November 22nd, 2012 by Linda Posted in Leben, Paläo 1x1

Für die meisten Paläo-er ist die grösste Herausforderung wohl das essen auswärts. Aber mit ein paar kleinen Tipps ist es gar nicht so schwierig, auch da einigermassen paläo zu bleiben. Grundsätzlich ist es eine Einstellungssache. Wenn ihr wollt, dann geht es. Wenn ihr nicht wollt, dann wird es schwierig oder man findet Ausreden.
Viele Leute sehen genau hier das Hindernis, überhaupt je Paläo zu versuchen. “Ach über Mittag kann ich eh nicht so essen.”, “Ich bin soviel unterwegs, da geht das gar nicht.”, “Weisst du, wir gehen immer in die Kantine. Da geht das nicht.” – Quatsch, sage ich! Hier die 5 Tipps, wie ihr es trotzdem schafft:


1.  “Bitte, könnte ich anstatt die Beilage etwas mehr vom Gemüse oder einen Salat haben?” – Das wird euer wichtigster Satz werden. 80% der Menus werden so Paläo. Abgesehen von Saucen am Fleisch, kriegt ihr so immer ein ziemlich primales Essen hin. Und nur an den Saucen sollte es nicht scheitern. Ein bisschen Saucenbinder hat noch niemandem geschadet.
Nur Pommes beim Menu dabei? – Wer fragt bekommt anstelle auch Gemüse oder Salat.
Beim Italiener könnte es schwieriger werden. Hier sucht man am besten nach einem grossen, gemischten Salat – vielleicht mit Meeresfrüchten oder Fleisch garniert. Damit ihr davon satt werdet, fragt noch nach “Extra Fleisch.” – wenn die Servierdame kritisch guckt, bringt ihr euren zweitwichtigsten Satz ins Spiel: “Ich bin auch gerne bereit, dafür einen kleinen Aufschlag zu bezahlen.” Klar, es wird etwas teurer als die Pizza des Kollegen – aber denkt daran: der Aufschlag, den ihr bezahlt ist so etwas wie eine “Sixpack-Steuer”. Wärt ihr bereit auf eurer Steuererklärung eine kleine Taxe zusätzlich zu bezahlen um ein Sixpack zu bekommen…?!? Etwas teureres Essen, dafür gut aussehen. => Ich bin sofort dabei!
Wer bei der Restaurantwahl mittun kann, entscheidet sich am besten für Kantinen oder Buffets (wo man selbst sieht was geschöpft wird), Supermärkte oder Imbissbuden in der Nähe von Supermärkten, wo ihr euer gesundes Essen herbekommt.


2. Komplettes Essen mitnehmen. Unter der Woche an der Arbeit ist das Einfachste, das eigene Mittagessen am Vorabend zuhause vorzubereiten und einfach mitzunehmen. Z.B. Eine Hähnchenbrust auf Salat mit Gemüseresten vom Vorabend, Gurken und Avocado. Öl und Essig habe ich inzwischen in meinem Aktenschrank am Schreibtisch.


3. Backups mitnehmen. – Da standen wir am Samstag nach einem Seminar in der Kantine und es gab “Pasta Plausch”. 4 verschiedene Pastas, 4 verschiedene Saucen. 1 kleinen Salatteller. 1 Dessert. Ups, was nun?!? Zuerst gab es für uns einfach mal einen Klatsch Sauce Bolognese. Wenn man freundlich fragt, haben die meisten Küchen auch irgendwo noch 1-2 Früchte. Trotzdem, fehlt noch etwas Gemüse. In diesem Fall ist es praktisch, man hat etwas vorgesehen. Wir haben für so absehbar “gefährliche” Situationen jeweils roh essbares Gemüse wie Peperoni oder Gurken im Hotelzimmer. Zusammen mit der Sauce und einem Apfel reicht es eigentlich. Wer mehr Hunger hat: hart gekochte Eier oder Fleischaufschnitt als Backup mitnehmen.


4. Nix essen. Für die ganz Harten. Anstatt sich mit Müll vollzudonnern, einfach mal stoisch nichts essen und eine kurze Fastenperiode einlegen.


5. Snacks dabei haben. Falls ihr mal doch überascht werdet von einem spontanen Restaurantbesuch oder die Sitzung in ein Essen übergeht, es mal wieder länger gedauert hat oder ihr einfach am Schreibtisch Hunger habt… wer proteinhaltige Snacks dabei hat, ist fein raus. Mein Lieblingstipp sind hier die Paläo Riegel, Beef Jerky, hartgekochte Eier (halten auch 1 Woche ungekühlt), Käse (wenn ihr Zugriff auf einen Kühlschrank habt), Protein-Pulver (Wasser- oder Milchlöslich je nach Geschmack), Nüsse und Früchte wie Äpfel. Es ist besser, ihr habt irgendetwas halb-primales dabei als nichts… falls ihr in ein Hungerloch stürzt liegen nämlich meist nur Schokosnacks und Chips in Griffweite…


Habt ihr sonst noch Tipps, wie man den Alltag besser übersteht?

 

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Die 5 häufigsten Fehler neuer Paläo-er

November 6th, 2012 by Linda Posted in Paläo 1x1

Liebe Paläo-er von nah und fern!
In letzter Zeit häuften sich die Anfragen bei mir, die die Umstellung betreffen. Was darf ich essen? Wieviel? Warum habe ich noch Hunger? Wann wirkt es? Wieso habe ich dauernd Hunger? Bekomme ich genügend Kalorien? usw. Viele dieser haben wir hier schon beantwortet, wenn ihr in der “Paläo 1×1″-Kategorie nachschaut. In Gesprächen fallen aber immer wieder ein paar Dinge auf, die viele bei der Umstellung falsch machen, nicht wissen oder nicht beachten – hier deshalb die 5 häufigsten Fehler bei der Umstellung auf die Paleo Ernährung (nicht Diät!)

1. Keine Übergangszeit zuzulassen

Alle die umstellen, kommen von einer Kohlenhydrat-lastigen und sehr fettarmen Ernährung. Dies ist genau das Gegenteil der Paläo-Ernährung (wenig Kohlenhydrate, keine Begrenzung des Fetts). Gebt dem Körper Zeit, sich umzustellen. Er wir zu Beginn nach Kohlenhydraten schreien, wie ein Kind im Supermarkt, dass zum ersten Mal im Leben an der Kasse kein Überraschungs-Ei bekommt. Kohlenhydrate produzieren mit ihrem Effekt auf den Insulinspiegel sogar ein “high” mit dazugehörenden Glücksgefühlen – das vermisst euer Körper am Anfang. Auch das trügerische Sättigungsgefühl. Vergleicht es mit einem Auto, dass immer auf Benzin lief. Jetzt füllt ihr Diesel ein, bevor der Motor umgebaut wurde. Das gleiche meint der Körper. Gebt ihm 14-30 Tage. Seid nicht ungeduldig, wenn in der Zeit auch schlechte Erfahrungen auftreten: ihr müsst erst zum Dieselmotor “umbauen”, das braucht seine Zeit.
2. In der Übergangszeit zuviele Ausnahmen zu machen

Wenn ihr am Anfang mal nur eine Mahlzeit pro Tag umstellt, oder viele Ausnahmen macht, stellt sich der gewünschte Effekt nicht in der Grösse, oder der Schnelligkeit ein. Ich empfehle deshalb jeweils die Komplettumstellung. Einigt euch mit euch selbst auf 30 Tage super strikt. Keine Ausnahmen! Dafür nur eine kurze Zeit! Lasst es wirken und entscheidet danach, ob ihr die Ernährung beibehält, wie streng etc. Ich mache nun jeweils einen Ausnahmetag pro Woche. Während, und an bis zu zwei Tagen danach, stellt sich aber immer eine gewisse Müdigkeit, Unlust und öfters Heisshungeranfälle ein. Der Körper braucht wieder eine Adaptionszeit auf die Ernährung. Dasselbe ist, wenn ihr nicht komplett umstellt. Solange ihr in der Übergangszeit zuviele Ausnahmen macht und doch mal eine Lasagne isst, wird der Körper immer auf das bequemere: das Gewohnte zurückgreifen.
3. Zuwenig Protein zu essen

Die Steinzeiternährung ist komisch: jetzt hat man uns jahrelang belehrt über Cholesterin, böses Fett, zuviele Eier pro Woche etc… Im 2. Weltkrieg war Fleisch als Nahrung auch gar nicht so üppig erhältlich: viele Familien essen jetzt nur 3-4 Mal pro Woche Fleisch. In der Paleo-Ernährung ist Fleisch jedoch euer Hauptkalorienlieferant – und eure Hauptsättigung. Jetzt müsst ihr plötz Es gibt eigentlich keine einzige grosse Mahlzeit pro Tag, die kein Protein in Form von Fleisch, Fisch, oder Eier enthält. Sonst werdet ihr einfach auch nicht satt. Die Regel ist 0.7-1g Protein pro kg Körpergewicht abzüglich Fett. Dh. wenn ihr 60kg schwer seid, sind das etwa 120g Protein pro Tag. Ich habe letzthin gezählt, was ich als durchschnittliche Frau, mit 5x Sport pro Woche vertilge: es sind 150g Protein pro Tag in Form von 3-5 Eiern und 350-450g Fleisch – PRO TAG!
Traut euch euren Teller mit Fleisch (etwa 1/3 des Tellers) und Gemüsse zu füllen (2/3 des Tellers).

4. Zuwenig Fett zu essen

Dasselbe gilt bei Fett: vergesst alles, was euch bis anhin über Fett erzählt wurde. Fett ist gut! Fett liefert euch von jetzt an Energie. Ihr müsst nicht auf magere Fleischstücke achten, sondern dürft essen was schmeckt! Da der Körper nicht mehr die leicht erhältliche Energie in Form von Kohlenhydraten verwertet, stellt er automatisch um auf Fettverbrennung. Bei dieser Ernährung verbrennt ihr auch beim Fernseh gucken Fett, da dies der natürliche Stoffwechsel unseres Körpers ist. Auch ist Fett jetzt ein Sättigungsnahrungsmittel. Esst davon!

5. Zuviel süsse Früchte zu essen

In den obengenannten Punkten, müsst ihr als Paläo-er eigentlich nicht mehr Masshalten. (In Mengen oder in Auswahl der Fleischstücke.) Aber Früchte, speziell sehr süsse, exotische sind ein seltenes Gut. Überlegt mal paläontologisch: wir hatten ohne Kühlschränke nur im Sommer und im Herbst während sehr kurzen Zeiten Früchte zur Verfügung.  Früchte enthalten auch Zucker, in Form von Fruchtzucker. Esst ihr z.B. eine Banane und ein Steak (komisches Beispiel, aber ich weiss…) dann wird der Körper sich zuerst mit dem Zucker der Banane beschäftigen (wieder Kohlenhydrate statt Fett verbrennen).  Früchte sind völlig ok, solange ihr sie in Massen geniesst und vielleicht ein Auge auf den glykemischen Index wirft.

 

Wenn ihr diese Hinweise beachtet, steht einer erfolgreichen Umstellung nichts mehr im Wege! Und für alle Fragen: munter kommentieren oder uns fragen! Wir freuen uns auf euer Feedback!

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Rezept: Das (beinahe) primale Gross-Arsch Huhn

October 15th, 2012 by Linda Posted in Rezept

Ja, sorry. Ich hab das Wort der Wörter benutzt. Aber es beschreibt dieses Rezept so treffend und primal… es kann die Tatsache fast verbergen, dass es sich hierbei um ein über Gerstensaft und industriell verarbeitetem Alu-Gefäss gebratenes Hühnchen handelt. Wenn ihr es nachkocht, dann werdet ihr den Titel verstehen. Dieses Rezept ist eines unserer Klassiker. Das Huhn wird extrem knusprig aber trocknet nicht aus. Dieses Rezept ist auch ein echter Party-Knüller oder kann dazu dienen, nicht-Paleos zu konvertieren. – Sieht einfach cool aus! Also, so geht’s:

Rezept: für ganzes Hähnchen über der Bierdose (genug für 2 Paläo-er)

Zutaten:

1 ganzes Huhn
1x 5dl Bier in Dose
etwas Butter, Gewürze wie Paprika oder Pfeffer
ein bisschen Kräuter, einen Dosenöffner und einen Grill oder grossen Backofen.

Zubereitung:

Dose köpfen, 1/3 des Bieres wegschütten (im Ernst, lasst ja nicht zuviel in der Dose, das gibt eine Explosion). Da das Bier verdunstet, handelt es sich um ein akzeptables Paleo Rezept. Wer es genau nehmen will kann alles Bier wegschütten (wir brauchen nur die Dose) und eine Wasser/Zitronensaft-Mischung einfüllen.
Einige Zweige Kräuter in die Dose stopfen.
Jetzt das Huhn Arsch voran über die Dose stülpen.

Danach schön mit Butter und Paprika bepudern.

Zum Backen könnt ihr entweder den Ofen benutzen (1h, 180 Grad) oder den Grill (auch ca. 1h, je nach Hitze nicht direkt über der Hitze sondern daneben, da sonst die Beinchen schnell schwarz werden.)


In Zwischenzeit den Beilagensalat richten. Ich empfehle eine Avocado als Topping. ;-)
Danach die knusprig goldenen Hähnchen von Ihrer persönlichen Sauna befreien (Vorsicht! Sehr heisser Dampf!) und sich über den eingangs erwähnten Titel amüsieren.
In zwei Hälften schneiden und primal mit den Händen verspeisen. Wohl bekomm’s!

 

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Langsam aber sicher dehnt sich unsere kleine Gemeinschaft aus… mit den neuen Medien, Internet, Facebook & Co. kann dies auch jeder mitverfolgen. Ich freue mich immer, wenn jemand offen mit diesem Thema umgeht und seine Erfahrungen anderen zur Verfügung stellt. So kann man viele persönliche Testberichte lesen und mitverfogeln. Diese sind unsere Links der Woche: Ulrike von fitundgluecklich ,  Babis Erfolgsstory (-8kg in 30 Tagen)  oder womei (reduziertes Akne, keine Regelbeschwerden mehr, verringerte Hautprobleme).

Seit kurzem gibt es im deutschsprachigen Raum die erste Vereinigung für die Paläo-Ernährung: die Deutsche Gesellschaft für Paläo-Ernährung, DGPE. Die Deutsche Gesellschaft für Paläoernährung (DGPE) hat sich zum Ziel gesetzt Paläo- oder Steinzeiternährung in Deutschland populär zu machen und den Austausch unter ihren Anhängern zu fördern. – Bei Interesse, mal reinschauen! Sie haben übrigens auch eine Facebook-Seite.

PS: Survival of the Primal hat eine Facebook-Seite. Würde uns freuen, wenn ihr auch da mit uns in Verbindung tretet.

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Milch? Käse? – Ja oder nein?

October 8th, 2012 by Linda Posted in Paläo 1x1, Wissenschaftliches

Milch und Käse exisitiert in unserer Ernährung – ähnlich wie Getreide – erst eine relativ kurze Zeit. Es gibt Paläo-Vertreter die ein Verzicht auf Milchprodukte proklamieren (z.B. Loren Cordain). Es gibt aber auch andere, welche bei keiner vorliegenden Laktose-Intoleranz Milchprodukte durchaus als akzeptablen Beitrag zur Ernährung sehen (z.B. Mark Sisson von “MarksDailyApple.com”). Damit ihr durchblickt und euch selbst ein Bild machen könnt, hier die Vor- und Nachteile in der Übersicht.

Vorteile:

Milch ist das erste, was ein Neugeborenes zu essen bekommt. Es dient dem schnellen Wachstum und enthält wichtige Vitamine. Es hat einen Einfluss auf den Insulinspiegel, um genau dieses Wachstum auszulösen. Wenn man also zulegen will, und keine Akne, Autoimmun- oder Insulin-Toleranz-Störungen hat, ist es ein gutes Mittel dazu.

Fermentierte Milch in Form von Joghurt und Käse kann aber auch ein gutes Mittel sein, um gute Bakterien (Verdauungs- oder immun-unterstützende Helferlein) zuzuführen. Da während der Fermentierung ein Grossteil des Milchzuckers “verbraucht” wird, sind Joghurt und Käse sogar bessere Nährstofflieferanten ohne viel Milchzucker zuzuführen.

Nachteile:

Unsere Gene waren ursprünglich auf Lactose-Intoleranz programmiert. Nur als Kleinkind war diese Reaktion für eine Zeit lang “ausgeschaltet”. Dies hatte folgenden Zweck: Nach dem Baby-Alter, genau zu dem Zeitpunkt als das Baby auf Festnahrung wechseln sollte, hat unser Körper wieder auf die Intoleranz zurückgeschaltet: das Baby hat die Brust verweigert und wurde fortan fest ernährt.

Im Verlauf der Jahre haben sich die Gene in Zentraleuropa jedoch so verändert, dass diese Lactose-Intoleranz nicht bei allen im Kinderalter wieder zurückkam. So konnte man auch als Erwachsene Milch verdauen und konsumieren. Aber auch heute sind geschätzte 30% der Erwachsenen noch zu einem gewissen Grad intolerant auf den Milchzucker und zeigen in der Folge Verdauungsstörungen oder Hautprobleme.

Als weiteren Punkt kann man aufführen, dass es nicht in useren Genen geschrieben steht, die Milch anderer Säugetiere (also nicht unsere eigene) zu trinken. Wir sind das einzige Säugetier auf der Welt, das gerade eben dies tut. Oftmals zeigt sich sich dadurch ausgelöst eine Intoleranz oder sogar Allergie auf ein Milchprotein: Casein. Die Wissenschaft glaubt aber, dass Casein in der A2-Form, wie sie in Ziegenmilch vorkommt, weniger Probleme verursacht, als die in anderen Milcharten enthaltene A1-Form.

Weitere Probleme mit Milchprodukten sind der relative hohe Anteil an Kohlenhydraten und die Tatsache, dass sie stark insulinfördernd ist. Das kann Probleme im Zusammenhang mit Gewichts- und Insulinkontrolle noch verschärfen.

Hartkäse, Joghurt und Kefir (also Produkte, welche genug lange fermentiert wurden, damit aller Zucker aufgebraucht wurde) enthalten keine Laktose mehr und sind eine gute Alternative für Personen mit einer Laktoseintoleranz. Aber selbst ohne Laktose haben Milchprodukte noch immer einen Insulin-anregenden Effekt auf den Körper.

Das “Aber wenn…, dann…”

Selbst wenn du nicht gegen Laktose oder Casein intolerant sein solltest und keine Gewichtsprobleme hast, und auch nicht auf deinen Insulinspiegel schauen musst, ist die normale Milch aus dem Supermarkt eine eher schlechte Wahl für dich… Die Kühe wurden sehr wahrscheinlich mit Mais und/oder Soja zugefüttet. Zudem kommt noch hinzu, dass die Milch fettreduziert wird (weg sind die gesunden gesättigten Fette). Sie wird zudem noch pasteurisiert und somit von vielen nützlichen Enzymen und Bakterien befreit.

Kühe, welche mit Getreide gefüttert werden, produzieren Milch, die einen höheren Anteil Omega-6-Fettsäuren haben und niedriegere Werte an Omega-3. Dies wird – längerfristig betrachtet – Entzündungen fördern. Genau dies wollen wir ja verhindern für eine gute Gesundheit.

Zusätzlich ist in den meisten europäischen Ländern erlaubt, den Tieren auch vorbeugende Medikamente wie Antibiotika zu geben. Da diese in den Kühen nicht komplett abgebaut werden, nehmen wir sie mit dem Milchkonsum auch zu uns.

Die beste Wahl ist also Weidemilch und Bio. Vollfett und nicht erhitzt (keine UHT). Beim Käse eher der Hartkäse (da er weniger Milchzucker und mehr Protein enthält) mit Vorzug aus Rohmilch, welche vor der Verarbeitung nicht erhitzt wird, sodass sie noch alle gute Vitamine enthält.

Unsere Erfahrung damit

Wie du beim Lesen unseres Blogs feststellen wirst, leben wir nach dem 80:20 Prinzip: wenn wir die ursprüngliche Ernährung mit heutigen Lebensmitteln zu 80% abdecken bzw. reproduzieren können, sind die 20% “Ungenauigkeit” völlig ok. Wenn die paar Ausnahmen uns aber sogar langfristige Konsequenz ermöglichen, dann muss man sich sogar etwas mehr Flexibilität gönnen. Vertrau deinem Körper und Stoffwechsel! Denkst du, unsere Vorfahren haben nicht auch ab und zu etwas Giftiges versucht zu essen? Nur so haben wir langfristig gelernt, was essbar ist.
Also: finde selbst heraus was für dich am besten funktioniert und worauf du gut ansprichst. Ich selbst habe Milchprodukte-Entzug mehrfach getestet (1 Monat bis 9 monatelang) aber konnte beim besten Willen keinen Unterschied in meinem Wohlbefinden feststellen.
Und Kaffee mit Milch schmeckt mir einfach besser!

Wir kaufen lactose-freie Frischmilch, lactose-freien Mascarpone (den einzigen Frischkäse, den wir konsumieren – übrigens ein toller Nachtisch!) und Rohmilch-Hartkäse wie Parmesan und Appenzeller.

Und wie ist das bei euch? Milch – ja oder nein? Was sind eure Erfahrungen mit den “Nebenwirkungen”?

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Link der Woche: Was sind Kohlenhydrate?

October 3rd, 2012 by Linda Posted in Wissenschaftliches

Der Link dieser Woche ist in die Welt der Kohlenhydrate: Was sind eigentlich Kohlenhydrate? Constantin von Paleosophie.de hat sich ausgiebig damit beschäftigt und präsentiert eine verständliche Zusammenfassung Teil 1  und einen Teil 2.
Viel Spass beim Lesen!

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Die bittere Wahrheit über Zucker

October 1st, 2012 by Linda Posted in Wissenschaftliches, Zucker

Vor ca.35 Jahren machte die USDA die Ernährungsempfehlungen, die heute unseren Alltag prägen. Man entfernte das Fett und addierte… Kohlenhydrate. Die meisten davon in Form von Zucker. Und wie sieht es heute aus? – In 2011 gab es 366 Millionen Diabetes-Kranke auf der Welt – mehr als doppelt soviele wie 1980. – Wir haben 30 Prozent mehr Übergewichtige als Unterernährte auf unserem Planeten.  -Wir wiegen alle 12kg mehr als vor 25 Jahren…

Das erste thermodynamische Gesetzt besagt eigentlich, wenn wir mehr Kalorien essen, als wir verbrennen, wird der Überschuss in Vorräten angelegt. Wir haben jedoch ein paar Probleme mit dieser Theorie – es gibt nämlich eine Epidemie an übergewichtigen 6 Monate alten Babies… Wie funktioniert das, wenn Gewichtszunahme nur mit Bewegung und Energiezunahme zu tun hat?

Klar: Wir essen alle mehr Kalorien als bisher.
Aber wieso? Dies hat mit der Ausschüttung des Hormons Leptin zu tun. Dieses Hormon wird ausgeschüttet um uns zu signalisieren, dass wir genug Kalorien gegessen haben und satt sind. Dieses müsste genauso wie vor 20 Jahren eingreifen und uns stoppen, bevor wir zuviel essen. Wieso wird dieses mit der heutigen Ernährung nicht mehr genügend ausgeschüttet? Hat es mit der Kalorienzusammensetzung zu tun? Robert Lustig, 55, Professor für klinische Pädiatrie an der University of California in San Francisco, Experte für Hormonstörungen und Übergewicht bei Kindern hat dies untersucht. Er hat festgestellt, dass die heute “zuviel” gegessenen Kalorien fast gänzlich aus den Kohlenhydraten stammt. Und zwar genauer:  Aus Getränken. 41% der Kohlehyrat-Kalorien stammen aus Softdrinks, 35% aus Fruchtsäften. Die Konsumation von 1 Softgetränk pro Tag (als überschüssige Kalorien) entspricht einer Gewichtszunahme von 7kg pro Jahr. Es gibt mehrere Studien die den Zusammenhang von gezuckerten Softdrinks und Übergewicht untersucht haben und zum Schluss kamen, dass ein Zusammenhang besteht.

Die zusätzlichen Kalorien stammen jedoch auch aus “high fructose corn syrup” zu deutsch “Maissirup” – vor 1975 inexistent, heute nimmt jeder Amerikaner pro Jahr 28.5kg (!) davon zu sich. Denn sehr viele Softdrinks sind damit gesüsst. Es wird industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln hinzugefügt um in der Abwesenheit von Fett (welches ja reduziert werden musste) noch ein geschmackvolles Produkt zu erzeugen… Und noch dazu ist Maissirup viel viel günstiger in der Herstellung als herkömmlicher Zucker.

Was macht diesen Maissirup und die Fruktose so speziell? Fruktose unterscheidet sich von Zucker einerseits in der Süsse:

Süssigkeitsskala – mit Zucker als Ausgangsfaktor (=100)
Fruktose – 173
High fructose Corn Syrup – 120
Zucker – 100
Glukose – 74
Laktose – 15

Aber leider wird deshalb Maissirup und Fruktose nicht weniger eingesetzt, sondern mehr. Hier ist eine Übersicht über die Entwicklung der Fruktose-Konsumation vor dem Ersten Weltkrieg:

  • Natürliche Aufnahme über Früchte & Gemüse:
    15g/Tag
  • Vor dem Ersten Weltkrieg
    16-14g/Tag
  • 1977-1978 (USDA Food Consumption Umfrage):
    37g/Tag (8% der Total Kalorien)
  • 1994
    54.7g/Tag (10.2% der Total Kalorien)
  • heute
    72.8g/Tag (12.1% der gesamten Kalorienaufnahme)

Den Fettgehalt der Ernährung haben wir also reduziert – die Fruktose-Zunahme steigt jedoch von Jahr zu Jahr – mit ihr auch das Übergewicht und damit in Verbindung stehende Krankheiten. Es liegt also nahe, darin einen Zusammenhang zu suchen.
Wir sind bei 65kg Zuckerkonsum pro Jahr (USA) – 36kg pro Kopf und Person in Deutschland.

Fruktose ist nicht gleich Glukose
Fruktose stimulliert kein Insulin, das heisst der Körper nimmt gar nicht wahr, dass er Kalorien gegessen hat.

Dies kann gemäss Lustig daran liegen, dass wir früher nur einmal im Jahr sehr viele Früchte hatten: in der Erntezeit im Herbst. Und genau darauf folgte die harte Winterzeit, wo es fast keine Nahrung gab. Unsere Körper könnten deshalb speziell auf Fructose getrimmt worden sein, um die Wintervorräte anzulegen und uns in der Erntezeit zu überfressen. Denn Fruktose sättigt uns nicht, sondern macht Hunger nach mehr. Und genau das wird in der modernen Welt zum riesigen Problem. So riesig, dass Vertreter dieser Studien eine härtere Regulation fordern. Fruktose sollte besser gezeichnet, weniger eingesetzt – ja sogar verboten werden.

Es gibt nur ein Problem: der grosse Verlierer dieser neuen Gesetze wäre die Nahrungsmittelindustrie. Die grossen Hersteller von Zucker. Die Industrie ist so gross und mächtig wie die Tabakindustrie. Aber da haben wir es auch geschafft, zusätzliche Steuern, Einschränkungen und Gesetze zum Jugendschutz durchzusetzen. Fragt sich, wann es mit Zucker soweit ist. Bis dahin obliegt es jedem einzelnen sich in mühseliger Kleinstarbeit durch die Lebensmittelkennzeichnung zu wühlen – oder industriell verarbeitete Produkte ganz zu vermeiden, um dem süssen Gift aus dem Weg zu gehen…

Weiterführende deutsche Quellen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-87997205.html 

 

Wer des Englischen nicht mächtig ist, sich aber trotzdem für das Original interessiert findet auf Paleosophie.de ein deutsches Transkript des Videos.

Quellen: MD Robert HD Lustig, “The bitter truth about sugar” http://www.youtube.com/watch?v=dBnniua6-oM – 1h30, aber sehr sehenswert!
The Telegraph, “The bitter truth about sugar” http://www.telegraph.co.uk/health/dietandfitness/9160114/The-bitter-truth-about-sugar.html

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Wer kam auf die Idee, das Fett fett macht?

September 28th, 2012 by Linda Posted in Wissenschaftliches

Wenn man Paleo isst, wird man des Öfteren nach der wissenschaftlichen Grundlage für diese “absurde Lebensweise” gefragt. Doch habt ihr mal zurückgefragt, was die Begründung für den “normalen” Essensstil ist? Wieso macht denn Fett fett – und wie kam man darauf?
Im Februar 1961 publizierte die “American Heart Association” erstmals eine Empfehlung zu fettarmem Essen und tiefem Cholesterinwert um Herz- und Gefässkrankheiten vorzubeugen. 10 Jahre lang hatte man zuvor über diverse Studienresultate diskutiert. Der gezogene Schluss sollte in den folgenden 30 Jahren um die Welt gehen und damit die heutige Lebensmittelpyramide prägen. Doch die Annahmen und Studien die dazu führten, waren mehr als fraglich…



Ancel Keys' Original Grafik





Wie kam man zu dem Schluss? In den 50-er Jahren nahmen die Anzahl Todesfälle infolge Herzinfarkte in den USA schlagartig zu. Die Wissenschaft fand heraus, dass in derselben Zeit die Ernährung sehr fleisch- und Ei-lastig geworden war. Ein gewisser Ancel Keys verglich in mehreren Ländern die Fettkonsumation und die Anzahl Herzinfarkte (siehe links). Die Lösung? Man sollte weniger Fleisch und tierisches Fett essen und mehr Kalorien aus Getreide etc. zu sich nehmen und – BOOM! – wir hatten eine Begründung, die heute unsere Essenskultur prägt.



Die Lüge mit dem Anstieg der Herzinfarkt-Todesfälle

Beginnen wir bei dem Anstieg der Todesfälle infolge Herzkrankheiten. Ja, in den 50-ern wurde ein Anstieg versus den Jahren vor 1920 verzeichnet. 1910 starben aus 1000 Personen gemäss dem  amerikanischen “Bureau of the Census” 250 an Herzgefässkrankheiten, 110 an degenerativen Krankheiten (wie diabetes und nephritis), 102 an Grippe, Lungenenzündungen, Bronchitis, 75 an Tuberkulose, 73 an Enzündungen und Parasiten. Krebs stand an achter Stelle.



40 Jahre später – 1950 – hatte man dank Antibiotika die Entzündungskrankheiten in den Griff bekommen. Jetzt waren noch 33 Todesfälle auf Lungenentzündungen, Grippe und Bronchitis zurückzuführen. Tuberkulose verursachte 21 Todesfälle, Infektionen und Parasiten 12. Krebs war nun an zweiter Stelle mit 133 und die Herzgefässkrankheiten auf Rang eins mit 560 Todesfällen aus Tausend. Die Lebenserwartung war jedoch in derselben Zeit auf 66 Jahre angestiegen! Im Jahre 1900 war die durchschnittliche Lebenserwarung 45 Jahre. Das ist ein Plus von 46%!!



Das Problem mit der Klassierung als “Herzinfarkt” Todesfall

Die offiziellen Klassierungen auf den Todesbescheinigungen werden vom “International Classification of Diseases” bestimmt. In 1949 und 1965 wurden die Kategorien “Arterioskleriose” und “Ischämische Herzerkrankungen“  als spezifische Kategorien unter der Kategorie “Herzkrankheiten” hinzugefügt. Proportional stieg in dieser Zeit der Anteil der zwei neu klassifizierten Todesfälle von 22 auf 90 Prozent. Die anderen Unterkategorien nahmen jedoch ab, sodass die Gesamtkategorie (oder nach 1965 die “Restkategorie”) “Herzkrankheiten” jetzt seit den 40ern fällt. Fälschlicherweise wird dies nicht berücksichtigt, wenn die Studien auf die “gestiegenen Todesfälle infolge Herzinfaktes” hinweisen…

Es kann also aus denselben Daten auch geschlossen werden, dass die Zunahme der Herzgefässkrankheiten damit zu tun hatte, das man älter wurde und man diese Krankheiten erst in den 40-50ern besser erforschen und erkennen konnte…



Das Problem mit den Ernährungsdaten vor dem zweiten Weltkrieg

Gemäss der AHA ist die Ernährung Schuld an den verkalkten Arterien. Dazu muss man einen Vergleich haben, was in den 50-ern und was zur Jahrtausendwende gegessen wurde. Keys’ basierte seine Annahmen auf Daten des Departements für Agrikultur in Amerika (USDA). Diese Statistiken basieren auf den jährlichen Produktionsmengen, plus Importe, minus Exporte und mit Anpassungen für Weggeworfenes. Was darin nicht berücksichtigt ist, sind alle Esswaren die man zuhause anpflanzen oder direkt ab einem Bauernhof essen konnte. Was auf dem Hof geschlachtet wurde und nicht an einen Schlachthof ging, war nicht inkludiert. Dasselbe gilt für Eier, Hühner, Milch und Fisch. Diese Daten wurden erst  in den 20-ern aufgrund der wenigen zur Verfügung stehenden Daten für die Jahrhundertwende zurückgerechnet und geschätzt. Und erst aber 1942 wurden regelmässe Publikationen und Schätzungen dazu gemacht, die die Heimproduktion besser berücksichtigten. Um einen bekannten amerik. Essens und Ernährungsforscher David Call zu zitieren: “Die Daten für vor dem zweiten Weltkrieg waren miserabel. Man kann alles mit ihnen beweisen, was man beweisen will.” Der Schluss, dass mehr Fett gegessen worden war, ist also nicht zulässig.



Der Zusammenhang fettiger Ernährung und Herzkrankheiten in 6 anstatt 22 Ländern…

Die obenstehende Grafik zeigt im Original, wie Hr. Keys mittels mehrerer Länder zum Schluss kam, dass fettiges Essen zu Herzkrankheiten führt. Hier haben wir mehrere Probleme. Erstens: es wurden nur zwei Faktoren berücksichtigt: Fett und Herzkrankheiten. Es könnte aber noch viele, dahinterliegende Faktoren geben, die das Resultat beeinflussen. Lasst uns ein Denkspiel machen: Im Sommer wird mehr Eis gegessen als im Winter. Im Sommer gibt es mehr Todesfälle durch Ertrinken als im Winter. Der erhöhte Eiskonsum führt also zu mehr Todesfällen durch Ertrinken. – Richtig? – Falsch. Natürlich ist es heisser im Sommer, was zu mehr Eiskonsum führt. Und man geht öfters Baden, was zu mehr Badeunfällen und Ertrunkenen führt. Aber dass mehr Eiskonsum direkt zum Ertrinken führt, passt nicht.

Genau das nimmt aber Keys’ Studie an. Und noch etwas: Keys’ unterschlug leider die anderen 15 Länder, als er den Zusammenhang herstellte. Hier ist die Grafik mit allen untersuchten Ländern neben der Originalen. Fällt euch etwas auf? Keys hat nur die 6 Länder erwähnt, die auf einer Linie liegen. Nähmen wir die Nr. 14, Mexiko, dann stellen wir fest, dass Mexiko gleichviele Prozent der Kalorien aus Fett zu sich nehmen wie Italien, aber 90% weniger Herzinfarkt-Tote haben.

Und auf dieser Basis ist unsere Essenspyramide basiert. Was für ein Haufen Müll. Müll, den wir in Form von viel, viel  Getreide und wenig, magerem Fleisch essen.



Und ihr fragt MICH warum ich so wie Ötzi esse…?!? Checkt mal eure eigene wissenschaftliche Grundlage! Geht ihr auch zur Kirche und habt noch nie in der Bibel gelesen? ;-)



Und ob und warum hohes Cholesterol zu Herzinfarkt führen soll, und Fett fett macht… diesen Themen widmen wir uns ein nächstes Mal.



Fleischige Grüsse, Linda

 



Quelle: Gary Taubes – “Good Calories, Bad Calories.”

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